Seitdem bekannt war, dass der letzte Pfennig seine Pforten schließen wird (Nachbarstreit, Pachthöhe und fehlender Betrieb unterhalb der Woche), war einigen klar, dass damit auch die Szene an sich bedroht sein würde. Im August 1998 wurde aus den Reihen der ehemaligen Gäste der Verein Ballkult gegründet. Zu einem Vorbereitungstreffen im Clubheim kamen ca. 80 Leute, um gemeinsam das Projekt in Angriff zu nehmen. Schließlich blieben etwa 20 Leute übrig, die den Verein mit Leben füllten. Es sollte nicht nur ein Ersatz für den Pfennig gefunden werden.

Die Idee
Ein ganzes „Haus für Fans“ sollte entstehen, mit Kneipe, Platz für Konzerte, einem Hotel für auswärtige Fans, Räumen für Fanorganisationen und Fanzines und schließlich sollte auch der Fanladen hier seine neue Heimat finden.
Die erste Frage, die sich den Aktivisten stellte, war natürlich, wie sich ein solches Projekt finanzieren ließe. Miete und Renovierung sprengen sämtliche Rahmen, die man sich in Fankreisen so setzt und ließen erst einmal alles utopisch erscheinen. 

Strukturen schaffen
Privatwirtschaftlich ein großes Gebäude zu übernehmen war also unmöglich. Warum also nicht die gesamte Idee in bestehende Strukturen einbinden? Und wer kam da besser in Frage als der Verein Jugend und Sport e.V. Träger beider Hamburger Fan-Projekte und mit gutem Draht zur Sprinkenhof, dem Eigentümer des Hauses. Sowohl der Fan-Laden als auch das Fanhaus Stresemannstr. befinden sich im Besitz der Sprinkenhof und als halbstädtische Einrichtung liegt ihr soziales Engagement bedeutsam näher als einem privaten Anbieter. Jugend und Sport stellte sich sodann auch als große Hilfe und Interessent heraus.
Parallel zu den geschilderten Entwicklungen hatte sich einiges getan, um eine wie auch immer geartete gastronomische Einrichtung zu tragen. Die Grundidee war, daß eine Fankneipe auch in irgendeiner Form von Fans getragen und bewirtschaftet werden soll und was lag da näher, als mal wieder einen Verein zu gründen, der die Kneipe über einen hauptamtlichen Geschäftsführer betreibt und der einen Teil der Kosten über die Mitgliedsbeiträge, eure Mitgliedsbeiträge, wieder hereinbringt.
Auch hier sollte ein privatwirtschaftliches Risiko möglichst weit gehend minimiert werden. Die erste Idee war, dass eine repräsentative Gruppe aus dem Fanumfeld diesen Verein gründet und führt. Schnell waren wieder Gerüchte der Elitenbildung im Umlauf, obwohl dieser Schritt nur der Arbeitsfähigkeit dienen sollte. Doch die inzwischen 20 festen Aktivisten wollten sich nicht auf so glattes Eis begeben und so wurde die ursprüngliche Idee gekippt und der endgültige Verein wurde auf einer Art Pfennigvollversammlung am 26.08.98 vorgestellt.

BallKult e.V.
Der Name war recht schnell gefunden und lautet vollständig: Verein für Fußball und Kultur auf St. Pauli e.V. Die  Satzung ist der von F.I.S.H. e.V. nachempfunden (auch Vorbild für BAFF und die Schalker Fanini). Jedes Mitglied genießt auch normales Stimmrecht, so dass der o.a. Vorwurf entkräftet werden konnte. Die Grundidee: BallKult soll über Mitgliederwerbung eine Basis schaffen, die den Betrieb der Kneipe ermöglicht und so als Mieter bei Jugend und Sport auftreten.
Für die Kneipe selber soll ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt werden, der selbständig arbeiten kann, aber dem Verein und damit hoffentlich euch verantwortlich gegenüber ist. Mitglieder sollen Vergünstigungen erhalten (Eintritt und Getränke), die euch den Beitritt schmackhaft machen sollen, was wiederum gewisse Fixkosten abdecken soll. Emotional auf den Punkt gebracht: Der neue Laden soll von Fans für Fans sein, also unser aller eigener Betrieb. Bestehen kann dies auf Dauer nur, wenn es ein breitgefächertes Engagement von Fanseite gibt, welches uns hilft, den Laden aufzubauen und zu erhalten sowie eine große Anzahl von Mitgliedern, die bereit ist, mit ihrem Obolus den Erhalt zu sicher.
Wir brauchen also euch alle ständig, immer und bis in alle Ewigkeit.